60 Bildraeume fuer die Fotografie

Sammlungserkundungen
18.06 – 12.12.2022
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Was bedeutet Sammeln und Ausstellen? Welche Motive liegen einer Sammlung zugrunde und wie verändert sich der Blick auf die Sammlung mit der Zeit? Und wie bringt man eigentlich dem Publikum näher, wie sie angelegt ist und erweitert wird? Dies sind nur einige der Fragen, die sich beim Einzug in den neuen Photo Elysée-Sammlungsraum stellten. 60 Bildräume für die Fotografie. Sammlungserkundungen bringt den Willen des Museums zum Ausdruck, eines der klassischen Ausstellungsformate, nämlich die Sammlungspräsentation, auf dynamische, anregende und zeitgemässe Weise neu zu interpretieren.

Unsere Sammlungen, die facettenreiche Fototechniken und ein grosses Spektrum von Bildgenres aufweisen und von den Anfängen der Fotografie bis in die heutige Zeit reichen, sind seit fast vier Jahrzehnten in einem ganzheitlichen Fotografieverständnis aufgebaut worden. Ausgehend von mehreren tausend Objekten aus den Sammlungen – die insgesamt über eine Million Stücke umfassen – wurden die Exponate etappenweise unter nicht nur formalen, sondern auch historischen, kulturellen und technischen Gesichtspunkten bestimmt. Die 600 Fotografien in der finalen Auswahl – die Spitze des Eisbergs – wurden 60 Themengruppen zugeordnet. Sie bilden die unterschiedlichen Ankaufsstrategien des Museums im Laufe der Zeit ab. Zudem bieten sie Anknüpfungspunkte zu den vielseitigen aktuellen Bildforschungsansätzen in Disziplinen wie Kunstgeschichte, Anthropologie, Gender Studies, Geschichte, Soziologie und Kulturwissenschaften. Die auf mehrere Jahre angelegte Hängung wird sich ständig weiterentwickeln, genau wie Sammlungen und Museen sich durch die mit ihnen arbeitenden Menschen und die Zeitläufte ununterbrochen verändern. In den nächsten fünf Jahren werden je zehn Themen, mit jeweils zehn Exponaten, gleichzeitig der Öffentlichkeit vorgestellt. Da Fotografien aufgrund ihres empfindlichen Materialität nicht zu lange ausgestellt werden können, werden alle fünf Monate fünf Themen durch neue ersetzt, bis alle 60 Themen gezeigt worden sind.

Eine sich entwickelnde Hängung

Die Hängung vermittelt einen ganz eigenen Blick auf die Fotografie, der mit der besonderen Geschichte des Hauses Photo Elysée zusammenhängt. Werkanalyse und -auswahl sind subjektive Vorgänge, die von dem Wunsch getragen werden, mehr über die Objekte zu erfahren und die Welt zu verstehen. Entsprechend stellt diese Ausstellung nur ein mögliches Ergebnis unter vielen denkbaren Erkundungsgängen durch die Sammlung vor. Vor allem aber ist sie als Gemeinschaftsprojekt entstanden, insbesondere was die Texte betrifft, die von Mitarbeitenden des Museums aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen verfasst wurden.

Die Ausstellung ist vor allem ein Beleg für eine vielseitige und dynamische Arbeit mit Fotografie, die sich für viele verschiedene gesellschaftliche und insbesondere künstlerische Einsatzmöglichkeiten eignet. Mühelos, ja nahtlos haben die Techniken der Fotografie und die sich aus ihnen ergebenden Gebrauchsformen in der gesamten Geschichte des Mediums immer wieder die Disziplinengrenzen von Künsten und Wissenschaften, Politik und Gesellschaft überschritten. Angesichts der Breite der Sammlungen hat das Projekt weder einen umfassenden Anspruch, noch die Absicht, eine abschliessende Betrachtung der Fotogeschichte vorzulegen. Vielmehr versteht sich das Vorhaben als eine spielerische Methode, auf Tiefenbohrung in den Sammlungen zu gehen und die unglaubliche Themenvielfalt zu umreissen, die sie abdecken.

Partner

Die Ausstellung wird von der Coromandel Foundation und der Fondation Leenaards unterstützt.