Luc Delahaye

Das Echo der Welt
06.03 – 31.05.2026

Luc Delahaye, geboren 1962, renommierter Kriegsfotograf in den 1990er-Jahren und ehemaliges Mitglied der Agentur Magnum, gehört zu einer Generation von Fotografen, die die Schnittstelle zwischen dokumentarischer und künstlerischer Praxis neu definiert haben.

Seine meist grossformatigen Farbfotografien dokumentieren die Unruhen der heutigen Welt. Vom Irakkrieg bis zum Krieg in der Ukraine, von Haiti bis Libyen, von den OPEC-Konferenzen bis zu den UN-Klimakonferenzen beschäftigt sich Delahaye mit dem Lärm der Welt und mit den Instanzen, die diesen eigentlich regulieren sollten.

Mal in einer einzigen Aufnahme entstanden, mal in monatelanger Arbeit am Computer anhand von Bildfragmenten zu wahren Kompositionen zusammengefügt – die Fotografien von Luc Delahaye sind immer eine Begegnung mit der Realität, ob unmittelbar oder verzögert. Eine Realität, die er mit dokumentarischer Zurückhaltung und ohne jegliche Wertung darzustellen versucht: „Ich versuche, durch eine Form der Abwesenheit, durch eine Form der Unbewusstheit zu einer Einheit mit der Wirklichkeit zu gelangen. Einer stillen Einheit. Der Akt des Fotografierens ist etwas ziemlich Schönes: Er ermöglicht diese Wiedervereinigung des Selbst mit der Welt.“

Diese Retrospektive, die 25 Jahre seines künstlerischen Schaffens umfasst, zeigt rund 40 grossformatige Werke, darunter einige bisher unveröffentlichte und eigens für die Ausstellung geschaffene Arbeiten, sowie eine grosse Installation in einem für den Künstler neuen Format. Die Ausstellung, die bereits im Jeu de Paume in Paris zu sehen war, wird demnächst im Photo Elysée erstmals in der Schweiz präsentiert.

Luc Delahaye

Luc Delahaye wurde 1962 in Tours geboren. Nach einigen Jahren des Umherziehens und verschiedener Jobs liess er sich 1984 in Paris nieder, wo er seine ersten Reportagen erstellte. Er reiste nach England, um den Bergarbeiterstreik zu fotografieren, und schloss sich der kleinen Agentur Moba Presse an. Dort berichtete er täglich über politische und soziale Ereignisse, das Showbusiness und Vermischtes.

Dank einer Paparazzi-Reihe wurde er 1985 von der Agentur Sipa Press eingestellt und nach Beirut geschickt, wo er seine ersten Kriegserfahrungen machte. Von da an dokumentierte er als Bildjournalist zahlreiche internationale Kriege und Konflikte in Afghanistan, Bosnien, Ruanda, Tschetschenien, dem Irak, dem Westjordanland und Gaza, Haiti, dem Kongo, dem Sudan, Somalia, etc. 1994 trat er Magnum Photos bei und unterzeichnete im selben Jahr einen Vertrag mit dem Magazin Newsweek. 1998 wurde er zum Mitglied von Magnum gewählt und blieb bis zu seinem Austritt im Jahr 2004 bei der Agentur.

Für seine Reportagen gewann er die Robert Capa Gold Medaille (1993, 2002), den Hauptpreis des World Press Photo Awards (1992, 1993, 2002), den Paris-Match-Preis für Fotojournalismus (1992, 1994), die Visa d'Or (1993) und den Bayeux-Calvados-Preis für Kriegsreporter (2002). In diesen Jahren realisierte er neben seiner Tätigkeit als Fotojournalist mehrere dokumentarische Arbeiten, von denen einige als Bildband veröffentlicht und mit dem Leica Oskar Barnack Award (2000), dem ICP Infinity Award (2001) und dem Prix Niépce (2002) ausgezeichnet wurden.

2001 stellte Luc Delahaye seine Arbeit als Fotojournalist ein und begann mit der Verwirklichung seiner gemäldeartigen, grossformatigen Fotografien. Diese frühen Arbeiten wurden 2003 in der Galerie Ricco/Maresca in New York präsentiert, im selben Jahr, in dem auch History (Chris Boot) herauskam, anschliessend 2005 in La Maison Rouge in Paris und 2007 im J. Paul Getty Museum in Los Angeles. Delahaye ist Preisträger des Deutsche Börse Photography Foundation Prize (2005) und des Prix Pictet (2012).

Warnhinweis

Einige in dieser Ausstellung gezeigte Werke könnten die Sensibilität des Publikums verletzen. Für Kinder unter 14 Jahren nicht empfohlen.

Hinweis an das Ausstellungspublikum

Die Ausstellung enthält Bilder, die die Sensibilität des Publikums verletzen könnten. Sie zeigt insbesondere Szenen von Gewalt und Krieg.

Credits

Luc Delahaye. Das Echo der Welt

Ausstellung konzipiert und organisiert vom Jeu de Paume, Paris, in Zusammenarbeit mit Photo Elysée, Lausanne.

Kurator
Quentin Bajac

Ausstellungsleitung
Julie Dayer

Szenografische Anpassung
Yannick Luthy

Grafikdesign
Claude Roubaty

Katalog

Luc Delahaye

Anlässlich einer großen Einzelausstellung im Jeu de Paume in Paris erschienen, umfasst dieses Buch 25 Jahre des fotografischen Œuvres von Luc Delahaye. Es vereint sämtliche Werke, die Delahaye zwischen 2001 und 2025 geschaffen hat, und deckt damit jene entscheidende Phase ab, in der er sich zunehmen...
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Partner

Ausstellung konzipiert und organisiert vom Jeu de Paume, Paris, in Zusammenarbeit mit Photo Elysée, Lausanne.

 

Jeu de paume

 

Die Ausstellung erhält die grosszügige Unterstützung des Bundesamts für Kultur.