Luc Delahaye wurde 1962 in Tours geboren. Nach einigen Jahren des Umherziehens und verschiedener Jobs liess er sich 1984 in Paris nieder, wo er seine ersten Reportagen erstellte. Er reiste nach England, um den Bergarbeiterstreik zu fotografieren, und schloss sich der kleinen Agentur Moba Presse an. Dort berichtete er täglich über politische und soziale Ereignisse, das Showbusiness und Vermischtes.
Dank einer Paparazzi-Reihe wurde er 1985 von der Agentur Sipa Press eingestellt und nach Beirut geschickt, wo er seine ersten Kriegserfahrungen machte. Von da an dokumentierte er als Bildjournalist zahlreiche internationale Kriege und Konflikte in Afghanistan, Bosnien, Ruanda, Tschetschenien, dem Irak, dem Westjordanland und Gaza, Haiti, dem Kongo, dem Sudan, Somalia, etc. 1994 trat er Magnum Photos bei und unterzeichnete im selben Jahr einen Vertrag mit dem Magazin Newsweek. 1998 wurde er zum Mitglied von Magnum gewählt und blieb bis zu seinem Austritt im Jahr 2004 bei der Agentur.
Für seine Reportagen gewann er die Robert Capa Gold Medaille (1993, 2002), den Hauptpreis des World Press Photo Awards (1992, 1993, 2002), den Paris-Match-Preis für Fotojournalismus (1992, 1994), die Visa d'Or (1993) und den Bayeux-Calvados-Preis für Kriegsreporter (2002). In diesen Jahren realisierte er neben seiner Tätigkeit als Fotojournalist mehrere dokumentarische Arbeiten, von denen einige als Bildband veröffentlicht und mit dem Leica Oskar Barnack Award (2000), dem ICP Infinity Award (2001) und dem Prix Niépce (2002) ausgezeichnet wurden.
2001 stellte Luc Delahaye seine Arbeit als Fotojournalist ein und begann mit der Verwirklichung seiner gemäldeartigen, grossformatigen Fotografien. Diese frühen Arbeiten wurden 2003 in der Galerie Ricco/Maresca in New York präsentiert, im selben Jahr, in dem auch History (Chris Boot) herauskam, anschliessend 2005 in La Maison Rouge in Paris und 2007 im J. Paul Getty Museum in Los Angeles. Delahaye ist Preisträger des Deutsche Börse Photography Foundation Prize (2005) und des Prix Pictet (2012).